Hypnose

in der psychologischen Beratung

In der Praxis hat es sich immer wieder gezeigt, dass Hypnose eine wunderbare Ergänzung zur psychologischen Beratung sein kann.

Die moderne Hirnforschung hat bewiesen, dass der Einsatz von Hypnose bei Themen wie Stress, Schlafstörungen, Reizdarm, etc. sehr wirksam sein kann:

Im wachen Alltagsmodus unseres Bewusstseins ziehen wir Kriterien heran, um Unterscheidungen der Wahrnehmung vorzunehmen: In Sequenzen der Zeit, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Bejahung und Negationen sowie zu kausalen Zuschreibungen. In der Hypnose hingegen folgt das Gehirn eher einer anderen Logik: Sie betont die Gemeinsamkeit von Objekten. Zeit und Negationen verlieren ihre Bedeutung. Logische Widersprüche werden, ähnliche wie im Traum, akzeptiert:

In dieser Trance treten folgende weitere Phänomene auf:

Vegetative Umstellung: Atmung und Pulsschlag verlangsamen sich, der Blutdruck sinkt, der Muskeltonus lässt nach. Das allein bewirkt schon eine mentale Umstellung und eine vermehrte Durchlässigkeit der Grenzen zwischen somatischen und psychischen Prozessen. So können medizinisch nachweisbare Veränderungen durch eine Harmonisierung des inneren Milieus erzeugt werden.

Wahrnehmungsveränderung: Die Fokussierung auf das momentane Erleben wird erleichtert. Vergangenheit und Zukunft können irrelevante Kategorien der Zeitstruktur werden, welche aus dem zeitabhängigen Alltagsbewusstsein stammen.

Der Zugang zu Emotionen wird intensiviert: Es kann fokussiert werden, Sinneswahrnehmungen und affektive Selbstdefinition können parallel mit einer nur lockeren Verknüpfung existieren, also "es tut weh", "es schmerzt", statt "ich habe Schmerzen", "ich bin von Schmerz erfüllt".

Reduktion von Abwehr: Der kritische Filter ist in Trance aufgelockert. Da Wahrgenommen werden kann, ohne die strenge Kopplung von uns selbst, steht der Teil in uns still, der sonst dafür zuständig ist, alles abzuwehren. Ängste und Abspaltungen werden in Trance nicht mehr so intensiv wahrgenommen. Sie können aber wieder schnell bewusst werden, wenn Emotionen aus der Vergangenheit aktiviert werden.

Vorstellungen gewinnen an Kraft: Die bildlichen Imagination von Organen oder von körperlichen Vorgängen kann in den betroffenen Körperregionen physiologische Veränderungen bewirken. In der Beratung wird dieser Mechanismus noch zu wenig genutzt, in der medizinischen Hypnose, dem Autogenen Training aber auch anderen imaginativen Verfahren wird von diesen Vorgängen bereits erfolgreich Gebrauch gemacht.

Neue Sichtweisen stellen sich ein: Im Alltag sind wir logisch orientiert, es gibt klare Kriterien und wir sind Meister darin unsere eigenen Werte nicht zu hinterfragen. In Trance stellt sich häufig wie von selbst ganz neue Sichtweisen und Lösungen ein, die uns durch bewusstes Denken nicht zugänglich waren. Das gleiche Ereignis kann von uns in Trance somit eine ganz andere Bewertung erhalten.

Es geschieht wie von selbst: Ohne großem Nachdenken und erfolgslosem Suchen in zirkulären Gesprächssituationen stellen sich in Trance aus dem vermeintlich verborgenen Fundus der Erfahrungen und Ideen neue Lösungswege vor, die sich während der willkürlichen Suche nicht zeigen. Wie von selbst werden neue Blickwinkel betrachtet.

Zugang zu verlorenem Wissen: In Trance erinnern sich Teile von uns an vergessene Erfahrungen, die uns einmal vielleicht bewusst waren, dann aber abgewehrt oder verlegt worden sind. Ein Teil dieser Erfahrungen war uns verbal nie bewusst und stammt aus einer Zeit, als wir noch nicht in Sprechen denken konnten. In Trance findet eine Übersetzung des stillen Wissens statt, wodurch wir Zugang zu diesen Anteilen unseres inneren Erlebens haben.